Verein zur Förderung Freier Informationen und Software e.V.

Linux-Entwicklertreffen

Das Oldenburger Linux-Entwicklertreffen hat sich seit 1996 zu einer wahren Institution unter europäischen Linux-Entwicklern für non-x86-Architekturen entwickelt. Regelmäßig einmal im Jahr treffen sie sich für ein verlängertes Wochenende an der Universität Oldenburg und arbeiten gemeinsam an verschiedenen Problemen der unterschiedlichen Architekturen.

Die Portierung des Linux-Kernels auf verschiedene non-x86-Architekturen sowie die Entwicklung von Treibern für die unterschiedlichen Komponenten in Computern dieser Architekturen steht bei diesen Treffen im Vordergrund. Viele Treiber wurden auf vergangenen Treffen neu entwickelt oder erweitert bzw. aufgeräumt.

Traditionell fanden die Treffen von 1996 bis 2005 an der Universität Oldenburg statt. Das erste Treffen war ein Testballon und wurde mit einer Handvoll Entwickler in einer Dachgeschoßwohnung in Solingen veranstaltet. Zu den Entwicklertreffen reisen rund 20 Kernel-Entwickler aus Europa und Übersee an. Häufig nehmen auch Entwickler aus den USA, Japan und China an den Arbeitstreffen teil.

In den letzten Jahren hat es sich etabliert, zusätzlich zu den reinen Kernel-Entwicklern weitere Entwickler einzuladen, z.B. um den Debian-Installer auf allen Architekturen ausgiebig zu testen und zu verbessern. Dabei werden ganz konkret die Synergieeffekte (Experten und seltene Hardware vor Ort) genutzt.

Mehrfach wurden zusätzliche Entwickler eingeladen, um die Zukunft Freier Software weiter voranzubringen. So fand das erste Treffen der Entwickler Freier Java-Compiler und -Bibliotheken 2005 in Oldenburg statt. Zum ersten Mal haben sich knapp 20 Entwickler und Distributoren in Persona getroffen. Dadurch wurde die Entwicklung des freien Javas erheblich vorangetrieben und seit dem besser koordiniert.

In den Jahren 2000 und 2001 fand parallel zum Entwicklertreffen der Oldenburger LinuxTag, eine regionale Messe und Konferenz zu Freier Software und GNU/Linux statt. Er hat die Brücke zwischen Experten und Anwendern in diesem Sektor der IT-Branche geschlagen. Auf rund 200 Quadratmetern wurden alle Aspekte von GNU/Linux, BSD und anderer Freier Software vorgeführt.

Seit 2003 nutzt das Debian-Projekt die vorhandene Infrastruktur und nimmt mit ähnlicher Anzahl Teilnehmer wie Kernele-Entwickler ebenfalls am Entwicklertrefen teil. Gearbeitet wird hauptsächlich am Installer, wobei weitere Aspekte und Themen je nach Teilnehmern ebenfalls diskutiert werden.

Der wichtigste Aspekt dieses Treffen ist die Möglichkeit der Teilnehmer, sich einmal im Jahr in Ruhe für fünf Tage zu treffen und gemeinsam an Problemen zu arbeiten. Das Oldenburger Entwicklertreffen ist einzigartig.

Die Entwickler übernachten und wohnen üblicherweise während der gesamten Zeit in den gleichen Räumen vor Ort (getrennte Arbeits- und Schlafräume in direkter Nachbarschaft, sowie sanitäre Einrichtungen).

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